Die Semantik von Wissensaussagen
Mit verschiedenen Formen des Epistemischen Kontextualismus sowie des Subjekt-Sensitiven Invariantismus wurden in der erkenntnistheoretischen Debatte der vergangenen Jahre verstärkt Theorien diskutiert, die sich auf Wissenszuschreibungen im Rahmen des alltäglichen Sprachgebrauchs konzentrieren. Anders als bei klassischen begriffsdefinitorischen Projekten üblich, geht diese Theoriefamilie davon aus, dass sich aus dem Gebrauch des Verbs „wissen“ Rückschlüsse auf die korrekte theoretische Analyse des Wissensbegriffs ziehen lassen.Die größte Herausforderung an traditionelle Definitionen wird hierbei in der Variabilität von Wissenszuschreibungen ausgemacht. Warum, so eine zentrale Frage, bestreiten wir in philosophisch-skeptischen Diskussionen, dass wir überhaupt irgendetwas wissen, während wir in alltäglichen Kontexten anhand weitaus weniger anspruchsvoller Kriterien bereitwillig Wissen zuschreiben? Kontextualisten und sensitive Invariantisten versprechen nicht nur eine Antwort auf diese Frage, sondern auch elegante Lösungen für eine ganze Reihe weiterer erkenntnistheoretischer Probleme wie beispielsweise die Lotterieparadoxie.
In diesem Seminar sollen verschiedene Varianten der genannten Theorien analysiert und kritisch diskutiert werden. Außerdem werden Schwerpunkte auf zentralen sprachphilosophischen Voraussetzungen sowie möglichen weiteren Anwendungen der Ansätze liegen. Schließlich sollen alternative Analysen der Variabilität von Wissenszuschreibungen auf ihr Erklärungspotential untersucht werden.
Textgrundlage:
Rysiew, Patrick (2009) Epistemic Contextualism, in: Zalta, Edward N. (Hrsg.): The Stanford Encyclopedia of Philosophy. http://plato.stanford.edu/archives/spr2009/entries/contextualism-epistemology/.
Veranstaltungstyp: Seminar (M.A.)
Leitung: Erik Stei, M.A.
Zeit: Mittwoch, 14:15-15:45 Uhr
Ort: Hauptgebäude, Raum 3.078
Beginn: 06. April 2011